
Interview Würde&Scham zum Frauhenherzkongress 2024
Wachsen dürfen – warum Heilung nicht bedeutet, „repariert“ zu werden

Wie Veränderung entsteht – und warum sie sich oft anders anfühlt als erwartet
Welches Menschenbild prägt dich?

Wenn du dich für eine Therapie entscheidest, gibt es viele Fragen die wichtig sind:
Welche Methoden werden angewendet?
Welche Ausbildung hat der Therapeut?
Für mich gibt es eine Frage, die allem vorausgeht: Welches Menschenbild prägt dich als Therapeutin?
Wenn Gefühle auftauchen, die keinen Namen haben

In meiner körpertherapeutischen Arbeit habe ich früh etwas beobachtet, das viele meiner Klient:innen zutiefst verunsichert hat:
Schon nach wenigen Bewegungs- oder Wahrnehmungsimpulsen tauchten intensive Gefühle auf – Traurigkeit, Wut, Angst oder Scham. Oft ganz plötzlich. Und fast immer begleitet von der Frage:
„Ich weiß gar nicht, warum das jetzt da ist.“
Diese Erfahrung hat mich auf die Suche nach Antworten geführt:
Gefühle verstehen – innere Prozesse im Körper wahrnehmen

Gefühle gehören zu unserem Menschsein. Sie sind innere Signale, die uns Orientierung geben, Grenzen anzeigen und Handlungsimpulse bereitstellen. Im Grunde dienen uns unsere Gefühle.
Und doch haben viele von uns gelernt, sie zu bewerten, zu unterdrücken oder auf später zu verschieben – oft aus Anpassung, aus Höflichkeit oder weil sie als „unangemessen“ galten.
Gefühle haben eine eigene Logik – und eine Funktion
Ich kann nicht tanzen…

„Ich kann nicht tanzen“ höre ich mindestens so oft, wie: ich kann nicht singen oder ich kann nicht zeichnen. Komisch, nur bei den kreativen Ausdrucksmitteln wissen wir offensichtlich genau, dass wir uns da nicht zeigen dürfen, denn das ist nicht gut genug.
Natürlich liegt es auch in der Natur der Dinge: Kreativität ist Ausdruck
– ich zeige mich
und zwar nicht nur etwas von mir, sondern mich.
